Ohren

Ohren: Schwerhörigkeit

Hörstörungen sind häufig. Man rechnet damit, dass 10% der Schweizer Bevölkerung an einer ausgeprägten Schwerhörigkeit leidet. Diese kann die soziale und berufliche Kommunikation erheblich beeinträchtigen.

Analyse

Es bestehen verschiedene Formen der Schwerhörigkeit. Die sogenannte Schalleitungsschwerhörigkeit betrifft das Trommelfell und die Gehörknöchelchen und führt zu einer mechanischen Störung der Schallwellentransmission vom Trommelfell zum Innenohr. Die Innenohrschwerhörigkeit beruht auf einer Störung der Sinneszellen des Corti’schen Organs, die nicht mehr fähig sind, die Schwingungen der Innenohrflüssigkeiten in Nervenimpulse umzuwandeln.

Konservative Therapie

Je nach Art und Schweregrad der Hörverminderung kann eine Therapie mit Medikamenten oder auch mit Hörgeräten erfolgen. Zur individuellen Therapieberatung ist eine ohrmikroskopische Untersuchung und die Durchführung von Hörtests notwendig. In einzelnen Fällen können auch weitere spezialisierte Abklärungen mit Computertomografie (CT) oder Magnetresonanztomografie (MRI) notwendig sein.

Mikrochirurgischer Eingriff

Die meisten Defekte der Gehörknöchelchenkette und des Trommelfells können operativ repariert werden. Dafür wird körpereigenes Gewebe des Patienten verwendet. Wenn kein eigenes Gewebe zur Verfügung steht, greift man auf künstliche Prothesen  zurück.

Weitere Informationen zu künstlichen Prothesen

Fisch Titanprothesen

Dank intensiver Zusammenarbeit mit der Industrie ist es gelungen, neu konzipierte Mittelohrprothesen aus Titan herzustellen, die sich für die Rekonstruktion einer defekten Gehörknöchelchenkette eignen.

Das Besondere dieser Prothesen liegt nicht nur in ihrer Form, sondern auch in der Möglichkeit, jede Prothese mit Hilfe eines Schneideblocks auf den Bruchteil eines Millimeters genau auf die erforderliche Länge zuzuschneiden.

Die Zuverlässigkeit der Titanprothesen wurde von einer internationalen Arbeitsgesellschaft bestätigt. Dank ihrer guten intraoperativen Formbarkeit und des leichten Gewichts sind auch dort optimale postoperative Resultate erzielt worden, wo andere Prothesentypen versagt hatten.

Neue Ansätze zur chirurgischen Behandlung der Innenohrschwerhörigkeit

Die Firma Symphonix hat einen «Mini-Magnet» von 1mm Grösse entwickelt, der am langen Fortsatz des Amboss befestigt werden kann. Zur Aktivierung des Magnets dienen ein hinter dem Ohr implantierter Empfänger, sowie ein durch magnetische Kräfte an die Haut anhaftender Prozessor (eine Scheibe von Zweifrankenstück-Grösse und wenigen Millimetern Dicke).

Die als «Vibrant Soundbridge» bezeichnete Mittelohrprothese verstärkt die von Schallwellen bedingte Vibration der Gehörknöchelchen und wurde von uns weltweit zum ersten Mal 1996 in Zürich implantiert.

Seither ist die Symphonix Mittelohrprothese bei vielen mit einer mittleren bis hochgradigen Innenohrschwerhörigkeit erfolgreich implantiert worden. Die Indikation ist gegeben, wenn eine adäquate Versorgung der Schwerhörigkeit mit einem konventionellen Hörgerät nicht möglich ist.